PRAXIS FÜR GEFÄßMEDIZIN UND ENDDARMERKRANKUNG
PRAXIS FÜR GEFÄßMEDIZIN UND ENDDARMERKRANKUNG
Definition:
Unter einer Fissur versteht man einen Riß der Haut am Aftereingang. Es handelt sich meist um einen länglichen Einriß, evtl. mit einer Verdickung der Ränder. Oft findet sich an der äußeren Begrenzung des Risses eine verdickte Hautfalte. Typischerweise liegt die Fissur in der Mittellinie, meist zum Steißbein hin, gelegentlich auch zum Damm hin.
Ursache:
Die Ursache ist oft der feste Stuhlgang . Dies kann infolge einer Neigung zur Verstopfung oder aber nach einer Operation, nach einer Diät zum Abnehmen, nach einer Durchfallerkrankung auftreten. Auch breiiger dünner Stuhl kann zum Auftreten eines Afterrisses führen.
Beschwerden:
Die Analfissur verursacht typischer weise Schmerzen beim und auch nach dem Stuhlgang. Diese können mitunter stundenlang anhalten. Die Schmerzen klingen in der Nacht oft vollständig ab, um dann am folgenden Tag nach dem Stuhlgang wieder aufzutreten.Durch den Schmerz verkrampft sich der Schließmuskel. Der After wird enger und die Schmerzen beim Stuhlgang nehmen zu. Es entwickelt sich oft ein Teufelskreis, der ohne richtige Behandlung zu einem langwierigen Verlauf führt.
Oft kommt es zu Blutungen mit hellem Blut am Toilettenpapier. Zusätzlich kann ein unangenehmes Nässen auftreten. Typisch ist auch ,daß der Stuhlgang nur noch mit einem bleiststiffdünnem Kaliber aus dem After austritt.
Therapie:
Bei der akuten Fissur versucht man den Teufelskreis von Schmerz, Verkrampfung des Schließmuskels, erneutem verstärktem Schmerz und Nichtheilen der Fissur zu durchbrechen. Dies gelingt durch eine:
Verbesserung der Stuhlregulierung (ballaststoffreiche Ernährung, ausreichende Flüssigkeitszufur und ausreichende Bewegung)
Eine Schmerzbekämpfung durch die Anwendung einer schmerzlindernden Salbe oder durch Sitzbäder in warmem Wasser.
Die Selbstbehandlung mit einem Analdehner zur Lockerung des verkrampften Schließmuskels
Die Behandlung mit einer Nitratsalbe kann durch eine krampflösende und durchblutungsverbessernde Wirkung die Abheilung der Fissur ebenfals fördern.
Eine zusätzliche Therapieoption stellt die Injektion von Botolinumtoxin in den Schließmuskel zu beiden Seiten der Fissur dar. Hierdurch kommt es zu einer vorrübergehenden Schwächung des Schließmuskels ( für 3-4 Wochen) , wodurch die Verkrampfung des Schließmuskels behoben und dadurch die Schmerzen vermindert werden sowie die Abheilung der Fissur gefördert wird.
Bei chronische Fissuren mit Sekundärveränderungen läßt sich eine operative Behandlung oft nicht umgehen. Dabei wird das chronisch entzündliche Gewebe weggeschnitten. Zusätzlich erfolgt in gleicher Narkose oft eine vorsichtige Dehnung des verkrampften Schließmuskel.